sun Der Spanischtraum

Mietrecht · 24. Juli 2026

Maklergebühren bei der Wohnungssuche in Spanien: Wer zahlt wirklich?

Eine Situation, die an der Costa Blanca leider häufig vorkommt.

Ein Interessent findet über Idealista eine Wohnung, meldet sich — und plötzlich soll er selbst eine Maklergebühr von mehreren tausend Euro zahlen, obwohl er nie aktiv einen Makler beauftragt hat. Genau dieses Muster begegnet uns immer wieder in Fragen aus der Community.

Was das Gesetz eigentlich sagt

Bei klassischen Langzeitmietverträgen (Wohnungen zur dauerhaften Nutzung als Hauptwohnsitz) ist die Rechtslage seit der Mietrechtsreform von 2023 eindeutig: Die Maklergebühr muss grundsätzlich der Vermieter übernehmen, nicht der Mieter — schließlich hat der Vermieter die Agentur beauftragt, nicht der zukünftige Mieter. Das gilt unabhängig davon, wie die Anzeige formuliert ist.

Der Trick mit den "Zusatzleistungen": Manche Agenturen umgehen das, indem sie separate Leistungen in Rechnung stellen — etwa die Ummeldung des Stromvertrags, allgemeine "Verwaltungsgebühren" oder Ähnliches. Rechtlich ist das fragwürdig, vor allem wenn diese Leistungen verpflichtend sind, obwohl der Mieter sie gar nicht wollte oder gebraucht hätte. Genau hier lohnt es sich, genau nachzufragen: Wofür wird die Summe konkret berechnet, und ist das wirklich eine freiwillige Zusatzleistung oder eine versteckte Maklergebühr mit anderem Namen?

Vorsicht bei Idealista-Anzeigen

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Viele Anzeigen auf Idealista stammen von Maklern, auch wenn das auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist. Wer eine Wohnung kontaktiert, landet also häufiger bei einer Agentur, als er denkt — mit allen Konsequenzen für Gebühren und Vertragsgestaltung.

Was du konkret tun solltest

1

Vertragsart klären

Frag explizit nach, ob es sich um einen normalen Langzeitmietvertrag (nicht Ferienvermietung) handelt — davon hängt ab, welche Regeln gelten.

2

Alles schriftlich verlangen

Lass dir alle Kosten schriftlich auflisten, bevor du etwas unterschreibst oder zahlst. Mündliche Zusagen zählen im Streitfall wenig.

3

Nicht zahlen ohne Klarheit

Zahle nichts, solange nicht eindeutig ist, wofür eine geforderte Summe — zum Beispiel 2.400 € — konkret berechnet wird.

4

Gebühr kritisch hinterfragen

Prüfe, ob die geforderte Gebühr tatsächlich eine echte Dienstleistung ist oder eine versteckte Maklerprovision mit anderem Namen.

Besonders wichtig bei Zeitdruck: Wenn eine Wohnung dringend gebraucht wird (etwa ab September), ist die Versuchung groß, schnell zu unterschreiben. Genau in solchen Drucksituationen lohnt es sich aber am meisten, einen Schritt zurückzutreten und schriftliche Klarheit einzufordern, bevor Geld fließt.

Basierend auf einer häufig wiederkehrenden Frage aus unserer Leser-Community zur Costa Blanca, unter Bezug auf die spanische Mietrechtsreform von 2023 (Ley de Vivienda).